Die „Moderatorin” einer großen Online-Migräne-Patienten-Community löscht einen von mir eingestellten Link auf mein Blog, den ich Forenregelkonform dort im Vorstellungsthread eingestellt hatte. Das ist ihr gutes Recht und für mich kein Problem. Im Verlauf der kurzen Unterhaltung äußern sie und ein anderer Forenteilnehmer (offenbar mit der Moderatöse bekannt) sich dann etwas abwertend und wenig sachlich über meinen Beitrag und mich persönlich.

Für mich reichte das, um mal wieder eine Extra-Runde im Selbstzweifelkarussel zu drehen und mich zu fragen, was ich jetzt wieder falsch gemacht habe, dass die so garstig zu mir sind.

Zwar habe ich Theorien, aber die würden weniger über mich sagen, als über diese Menschen und hier soll es ja um mich gehen.

Was ist passiert?

Neben einer kurzen Beschreibung  meiner Krankheiten habe ich einen Link auf mein Blog (= meine persönliche Geschichte) im Thread “Mein persönlicher Schmerzverlauf” gesetzt.

Mit dem Hinweis, dass dort auch ein etwas kritischerer Bericht zur Schmerzklinik enthalten ist. Darum geht es in diesem Forum, dachte ich. Vorher hatte ich aufmerksam die Forenregeln studiert, in denen stand, das Forum diene u.a. zum Austausch von Links.

Da ich hin und wieder dort mitgelesen hatte, wurde ich auf einen Thread von einer Frau aufmerksam, die (ebenso wie ich damals) mit vielen Fragen und dem Gedanken “Kiel ist meine letzte Hoffnung” ganz verzweifelt auf ihre Aufnahme dort wartet.

Da ich froh gewesen wäre, wenn man damals meine Hoffnungen nicht so immens hochgeschraubt hätte und jemand authentisch und differenziert über den Aufenthalt dort berichtet hätte, dann wäre mir eine mittlere Enttäuschung erspart geblieben und ich hätte schon vor Ort anders reagieren können, dachte ich.

In der Community-Netiquette steht: “Diese Migräne- und Kopfschmerz-Community mit Gruppenforen wurde eingerichtet, damit Du mit anderen Interessierten Deine Meinungen und Erfahrungen austauschen kannst. Dies soll eine Plattform zur freien und auch kritischen Diskussion sein – in einem offenen, friedlichen und freundlichen Gesprächsklima. Bitte unterstütze dieses Ziel: Diskutiere fair und sachlich – auch wenn es zu unterschiedlichen Meinungen kommen sollte.” [Quelle: www.headbook.me]

Ich weiß nicht, was andere da lesen, aber für mich steht da: Meinungen und Erfahrungen, sowie freie (auch kritische) Diskussion erwünscht, sofern friedlich und freundlich. Da hab’ ich mir nichts vorzuwerfen.  Aber: Soll ich da meine kompletten Texte reinkopieren? Albern. Also der Link.

Das war offenbar falsches, mindestens aber unerwünschtes Verhalten.

Man löscht also diesen Link und schreibt, dass die Forenregeln nach meinem Post jetzt angepasst worden wären. Die seien noch alt gewesen. Jetzt sei das unmissverständlich klar, dass keine Blogs o.ä. verlinkt werden dürfen.

Ok, konnte ich ja nicht wissen.

Vielleicht hätte man das mit der Netiquette auch anpassen sollen, die hat sich zwischenzeitlich wohl auch geändert …

Ich fühle mich im Folgenden jedenfalls vollkommen unangemessen und ungerechtfertigt persönlich angegangen. Ich will weder etwas verkaufen, noch Werbung für obskure Heilmethoden machen. Nur meine Geschichte erzählen.

Sinngemäß hieß es dann “glaubst du, dass man auf Deiner Seite mehr findet als auf unserer?”

Äh, … nein ?! … darum geht es doch gar nicht … ?! Was soll denn DER Scheiß?!

Das hätte ich mal so antworten sollen, aber ich dachte immer noch, is’ doch alles easy, lösch’ halt, was weg soll und gut is’.

Aber, nein, es geht weiter.

Den vollständigen Austausch findet Ihr hier … 

Für den kleinen Ballon, den andere da für mich aufgeblasen haben, müsste ich mich aus PR-Sicht ja eigentlich bedanken (ohne Ende Klicks hier im Blog). Aber die Dankbarkeit überwiegt noch nicht – kommt noch. 😉

Momentan geben sich noch Schreck, Unverständnis und Angst die mentale Klinke in die Hand.

Schreck vor der grundlos überheblich, abwertenden, subtil-aggressiven Grundhaltung mir gegenüber. Unverständnis, ob der Gesamtentwicklung. Angst vor meinen daraus entstandenen inneren Vorgängen und Körpersensationen.

Klar, mit Kritik (auch und vor allem unsachlicher) muss man rechnen, wenn man seine Rübe derart aus’m Fenster hält wie ich hier. Da sind andere schon für weniger als Sau durch’s Dorf getrieben worden. Letztendlich ist es ja auch genau das, was ich brauche und suche, um mit meinen Konfliktängsten und Selbstzweifeln irgendwann besser umgehen zu können. Das sind die Geister, die ich rief.

In diesem Fall trifft es mich nur völlig unvermittelt, weil nicht beabsichtigt und zu spät erkannt.

Willkommen in meinem selbst errichteten Bootcamp der Konfliktangst- und Selbstzweifel-Bewältigung.

Die bisherigen Trainingseinheiten: Eine Panikattacke, mehrere Stunden Herzinfarktangst, zwei Tage Migräne, dick verheulte Augen und das quälende überhebliche Gefühl der Besserwisserei, das in mir aufsteigt, wenn ich sehe, wie PR-taktischer Dilettantismus und mangelnder Anstand guten Grundideen und dem Ansehen des eigenen Stalls schaden.

Ich kann gar nicht fassen, wie unprofessionell man sich im Grunde dort verhalten hat. Immerhin gehört das Forum einer international anerkannten medizinischen Institution. Dass die einfachsten Regeln im Umgang mit unerwünschten Postings nicht befolgt werden, erschüttert mich ehrlich gesagt.

Daran, wie nichtig der Anlass für MEINE Aufregung ist, kann man sehen, wie verzwickt die Sache mit den inneren Vorgängen bei Menschen wie mir sein kann. Was für die meisten “Normalen” nicht einen Gedanken wert wäre, kann Menschen wie mich in den Ausnahmezustand katapultieren.

Jetzt, wo das überstanden ist, macht sich zwar das gute, friedliche Gefühl, alles richtig gemacht zu haben (und dabei nicht gestorben zu sein) breit, aber ob es in Form und Ausmaß notwendig gewesen ist, mir das selbst anzutun? Zumindest fraglich.

Ein Teil von mir ist richtig stinkig auf mich und schimpft fortwährend: Toll, ganz toll hast Du das gemacht. Hätte man nicht ahnen können, was?! Dusselige Kuh!

Fury ist auch eingeschnappt. Lässt sich nach seinem letzten Anfall nicht mehr am Gatter sehen. Hat wohl einfach keinen Bock, sich von mir ärgern zu lassen. Ich brauche drei Tage, um wieder halbwegs auf die Beine zu kommen.

Nicht zuletzt wegen des Zuspruchs einiger Leser, die mich kontaktiert haben, um mir ihre ganz ähnlichen Erfahrungen mit dem Forum zu schildern, kam ich mit den kurzzeitig aufflammenden Selbstzweifeln klar und konnte den Impuls, mein gesamtes Blog zu löschen, unterdrücken. Danke Euch!!!

Die Runde im Bootcamp hat mich ganz schön Energie gekostet. Aber es hat sich gelohnt. Nächstes Mal bin ich besser vorbereitet …