Dass ich eindeutig zu den Nordmenschen gehöre, zeigt nicht nur mein Äußeres (blasse Haut und blondes Haar), sondern auch ein Blick in die Ahnentafel: Hier zählt ebenfalls niemand zu den heißblütigen Südländern. Ich komm‘ auch schon immer viel besser auf Kälte klar als auf Sonne und Hitze und habe eine hohe Affinität zu den nordischen Gefilden, was sich sogar auf meinen Musikgeschmack auswirkt.

Das hat nicht nur Vorteile. Offenbar hat die gute Anpassungsfähigkeit an die Kälte des Nordens auch meine genetische Prädisposition für die Migräne begünstigt. Das ist dann doch ein überraschendes Ergebnis neuerer Migräne-Forschung:

„Einen Grund dafür fanden Forscher jetzt in Gestalt einer Variante des Gens TRPM8: Sie hilft offenbar den Menschen des Nordens besser mit kalter Witterung umzugehen, erhöht aber gleichzeitig das Migränerisiko.“

Quelle: Spektrum.de

Das lese ich grade in der Online-Ausgabe von Spektrum der Wissenschaft. Hier eine kurze Zusammenfassung:

In Europa tritt die Migräne besonders häufig auf.
Forscher um Felix Key vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben nun einen Zusammenhang zwischen dem “Kälte-Gen” TRPM8 und dem Auftreten der Migräne entdeckt. Die »nördliche« Variante des Gens hilft dabei, mit kaltem Klima besser zurechtzukommen. Es handelt sich um einen Abschnitt des Erbguts, mit dem das Gen TRPM8 reguliert wird – ein zentraler Temperatursensor in menschlichen Zellen sozusagen.

Aus anderen Studien weiß man, dass die betreffende TRPM8-Variante auch zu den bedeutendsten genetischen Risikofaktoren der Migräne gehört.

Der Zusammenhang zwischen Migräne und Kälteempfinden ist ebenfalls bekannt. Es scheint erwiesen, dass eine evolutionäre Anpassung an das Klima sich gleichzeitig auf das Schmerzempfinden von Bevölkerungsgruppen auswirkt.

Hier gibt es den ganzen Artikel: 

https://www.spektrum.de/news/der-preis-fuer-unsere-kaeltetoleranz/1563004