Meine Erfahrung mit Fenistil

Das Antihistaminikum Fenistil als Dragee oder als Tropfen ist heute mein ständiger Begleiter. Unter anderem auch in meinem Notfallset wegen des Quincke-Ödems. Sollten unerwartet Histaminüberreaktionen auftreten, weil irgendwo was drin ist, was da nicht rein gehörte, oder irgendwo die Kühlkette unterbrochen war, hilft es relativ schnell, meine anschwellende Unterlippe im Zaum zu halten. Bei pseudoallergischen Schockreaktionen und extremen Effekten wie Muskelkrämpfen, rasanter Blutdruckabfall, Herzrasen oder Sehverlust, mach’se damit alleine aber auch nix mehr, deshalb enthält mein Notfallset neben Fenistil auch noch ein Kortison und einen Adrenalin-Pen.

Da ich offenbar zu den wenigen Menschen auf der Welt gehöre, die von Fenistil nicht müde werden, nehme ich mittlerweile 4-5 Tabletten täglich. Ich halte damit meine Hyperaktiven Mastzellen ein wenig in Schach und kann unter Fenistil einige Lebensmittel mehr essen, was einer ausgewogenen Ernährung sehr zuträglich ist und damit mittelbar auch wieder positiv auf meine Erkrankungen rückwirken kann.

Nebenwirkungen

Zunächst hatte ich als Nebenwirkung ganz leichte Kopfschmerzen im Oberkopfbereich und leichte Mundtrockenheit. Nach 1-2 Wochen Einnahme ging beides weg. Heute habe ich eher etwas Probleme, wenn ich die Tabletten mal vergesse. Dann ist mir unwohl und schwindelig.

Leider übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für Fenistil nicht. Lediglich Desloratadin als Antihistaminikum der 2. Generation wäre aus Kassensicht übernahmefähig. Mit Antihistaminika dieser Generation, habe ich jedoch nicht so gute Erfahrungen gemacht. Ich bekomme unter ihnen “rasende Bilder” – also leichte Halluzinationen. Aufgrund der guten Verträglichkeit, bleibe ich deshalb bei Fenistil und muss die Kosten für das Privatrezept von etwa 30,- Euro im Monat selber tragen 🙁

Kleine Anekdote aus dem Reallife:
Neulich schaute ein Apotheker, der mich noch nicht kennt, etwas irritiert, als ich meinen Vorrat von 4 Packungen á 100 Stück bei ihm in der Apotheke orderte. Er wies mit durchdringendem Blick darauf hin, dass diese Tabletten müde machen. “Mich nicht”, sagte ich lächelnd. Woraufhin er mich sehr seltsam ansah. Er dachte wohl, ich sei ein Junkie oder sowas – ich hatte auch eine bunte Pluderhose an und meine Haarspitzen waren gerade etwas ausgewaschen rosa 😀 – Er wies noch mal darauf hin, dass Antihistaminika dieser Art praktisch nicht mehr verwendet werden, weil sie so müde machen.
“Mich nicht”, wiederholte ich. “Ich bin da wohl einer der wenigen Menschen auf der Welt.”  Er war immer noch nicht zufrieden, so wie er guckte. Ich habe ihm dann erklärt, dass ich eine Mastzellerkrankung habe.
“Ach, sooooo!”, sprach er sodann. Das wäre ja doof.
“Ja, ist es”, antwortete ich wahrheitsgemäß.
Vielleicht hat er mir aus Mitleid dann auch gleich 2 Päckchen Taschentücher geschenkt 🙂

Wichtig: Dies sind meine persönlichen Erfahrungen. Ich gebe hiermit keine Empfehlung oder sonst einen medizinischen Rat.