Nach meiner Fehlgeburt 2008 wurde eine Abrasio / Kürettage vorgenommen. Dabei verwenden die Chirurgen eine Art Löffel mit scharfen Kanten .

Zwischen Feststellung des Todes und der OP lagen zwei Tage.
Am Morgen der OP fuhr ich wie in Trance ins Krankenhaus und man gab mir ‘ne ordentliche Portion Valium. Ich schlief sofort ein. Leider verzögerte sich die OP ein wenig und ich kam grad wieder zu mir, als es losging. Ein Arzt fragte mich, ob mir nach Narkosen schnell übel wird.
„Ja“, sagte ich.
Er brachte mir ein Magenmittel und reichte mir das kleine Plastikpinnchen mit einer sorgenvollen Miene:
„Die sind aber echt eklig“, sagte er.
„Gibt Schlimmeres als eklige Tropfen“, entgegnete ich völlig abwesend.
„Nee“, konstatierte er „schlimmer geht’s nimmer.“
„Doch“, entgegnete ich ruhig.
Dann versuchte er, meine Venen zu finden. Insgesamt vier Ansätze brauchte er und prockelte bei jedem Versuch wie vom Prickelfieber gepackt in meinen Händen und Armen rum. Er fluchte und entschuldigte sich x-Mal.
Ich gab keinen Mucks von mir.
Als er schlussendlich meine linke Hand komplett perforiert hatte, bevor die Nadel endlich saß, wunderte er sich:
„Sie sind ja hart im Nehmen.“
„Ich hab’ grad andere Probleme“, brummte ich, „vielleicht deshalb.“
Innerlich schrie und tobte ich verzweifelt, wollte dass alles einfach nur aufhört. Der Schmerz von den Nadeln kam gerade recht, um das Außen mit dem Innen zu verbinden. Vielleicht deshalb.
Ob der nette Mensch, der mir dann endlich die Schlafmilch (Propofol) in die Venen geben wollte, meiner Bitte, noch einmal kurz zu salutieren, wenn der kleine Embryo raus ist, nachgekommen ist, weiß ich nicht. Ich hoffe, er hat es getan … wenigstens in Gedanken.