Sowohl als Migräne- und Muskelschmerz-Prophylaxe als auch in der Akutbehandlung von Migräne-Aura-Attacken sind die Direktpräparate in Tütchen, sogenannte Micro-Pellets, die man ohne Wasser oder sonstigen Aufwand zu sich nehmen kann, das Magnesium-Mittel meiner Wahl geworden.

Die Empfehlung von Kliniken und Literatur lauten 2x pro Tag 300mg zur Migräneprophylaxe. Als zusätzliche Akut-Dosis schwanken die Angaben zwischen 300-400mg (= “1 Tütchen”). Für mich persönlich hat sich die 300 mg-Grenze als am besten verträglich herausgestellt, so dass ich in diesem Vergleich nur die 300 mg-Varianten der verschiedenen Hersteller miteinbezogen habe.

Bevor es mit dem Vergleich losgeht, möchte ich noch kurz klarstellen, dass eine Grundsatzdebatte über Sinn und Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln sich hier erübrigen sollte. Selbstmurmeld ist es wichtig, den Bedarf an Mineralstoffen über eine ausgewogene Nahrung zu decken. In meinem Fall (wie bei vielen Migränikern und Fibromyalgie-Erkrankten) wurde jedoch eine Magnesiumsupplementierung ärztlich verordnet bzw. nach Feststellung eines Mangels ärztlich angeraten. Hier geht es also nur um das “Wie und Was”, nicht um das “Ob” :-).

Wichtig: Bitte nimm nichts, ohne mit Deinem Arzt darüber gesprochen zu haben. Mein Bericht ersetzt ein solches Gespräch natürlich nicht und ist auch nicht als medizinischer Rat zu verstehen.

Produktvergleich

So, un nu geiht dat los, wie der Ostfriese sagt: Der Produktvergleich. Magnesium direkt ist nämlich nicht gleich Magnesium direkt. Es gibt sowohl, was die Zusammensetzung und den Preis, als auch die Wirkung bzw. Nebenwirkungen angeht, Unterschiede. Zum Einen werden Magnesiumpräparate entweder aus Magnesiumoxid oder aus Magnesiumcitrat angeboten. Zum Anderen gibt es eine ganze Reihe Zusatzstoffe und Beimischungen, die in einem Direktpulver verwendet werden.

Grundsätzlich ist festzustellen, dass Magnesiumcitrat für den menschlichen Körper besser und schneller aufzunehmen ist, als Magnesiumoxid, da das Magnesiumcitrat im Körper in genau dieser Form vorhanden ist. In vielen, vor allem günstigen Magnesium-Präparaten wird jedoch Magnesiumoxid verwendet. Das ist nicht “giftig”, aber gelangt eben etwas langsamer und über Umwege an Ort und Stelle (die Muskeln, das Gewebe etc.) im Körper.

Produkte

Folgende Produkte habe ich in den Vergleich mit einbezogen. Für den Test habe ich alle Produkte in der kleinsten Packungsgröße selbst gekauft (ich werde von keinem der Hersteller bezahlt oder erhalte Produkte umsonst – mit Ausnahme einiger “Apotheken-Pröbchen”.)

  • Biolectra® Magnesium 300 mg Direct (Zitrone + Orange)
  • Magnesium-Diasporal® 300 direkt (Zitrone)
  • Magnetrans® direkt-granulat 375 mg (Zitrone/Grapefriut)
  • Magnesium Ratiopharm® 300 mg Micro-Pellets (Zitrone)
  • MAGNESIUM VERLA® direkt Granulat 150mg (Citrus + Himbeere)

Beim Vergleich gibt es objektive Unterscheidungsmerkmale und subjektive.

objektive Kriterien

Beginnen wir mit den objektiven Vergleichskriterien:

Zusammensetzung / Inhaltsstoffe

Alle Inhaltsstoffe sind auf den jeweiligen Verpackungen, Beispackzetteln oder Internet-Produktseiten der Hersteller angegeben. Das ist gut, denn in Deutschland herrscht Deklarationspflicht. So können Verbraucher genau erkennen, was (neben dem, was vorne groß auf der Packung steht) im Produkt tatsächlich und zusätzlich enthalten ist.

Die Inhaltsstoffe der Produkte im Vergleich:

BiolectraDiasporalMagnetransratiopharmVerla
M.-oxidM.-citrat+
M.-oxid
M.-oxidM.-oxidM.-citrat
(34,4% / 31,9%)75 %
Mono-natrium-­citrat, Citronen-säure, Sorbit, Aspartam, Natrium-cyclamat, Carboxy-methyl-cellulose, Aroma, Magnesium-salze der Speisefett-säurenSorbit, Calciumsalze von Speisefett-säuren, AromaAromastoffe, natürlich, natur-identisch, Aspartam, Speisefett-säuren, Magnesium-salze,
Citronen-säure,
Sorbitol
Natrium-citrat, Sorbit, Zitronensäure Carboxy-methyl-cellulose, Zitronen-aroma, Aspartam, Magnesium-stearat, Natrium-cyclamatSorbit, Zitronensäurenatürliches Orangen-Aroma, natürliches Zitronen-Aroma, Natrium-Carboxy-methyl-cellulose, Cellulose-gummi, Aspartam, Talkum, Magnesium-salze der Speisefett-säuren
glutenfrei, laktosefrei, veganglutenfrei, laktosefrei, veganglutenfrei, laktosefrei, vegangluten, laktosefreiglutenfrei, laktosefrei, vegan
alle Angaben laut Hersteller

Preise und Packungsgrößen

Die Preise, die ich in der untenstehenden Tabelle ermittelt habe, sind die UVP/AVP (Unverbindliche Preisempfehlung/Arzneiverordnung in der Praxis) der Hersteller.

BiolectraDiasporalMagnetransratiopharmVerla
10,20 €/ 20Stk.9,50 €/ 20Stk.9,95 €/ 20Stk.14,95 €/ 40Stk.10,65 €/ 30Stk.
18,30 €/ 40Stk.19,20 €/ 50Stk.18,95 €/ 50Stk.17,45 €/ 60Stk.
25,65 €/ 60Stk.
1Stk.=300mg1Stk.=300mg1Stk.=375mg1Stk.=300mg1Stk.=150mg
43ct/1Stk.38ct/1Stk.38ct/1Stk.37ct/1Stk.29ct/1Stk.
43ct/300mg38ct/300mg30ct/300mg37ct/300mg58ct/300mg
(Preise pro Mengen kaufm. gerundet)

Anmerkung zur Wirksamkeit: Um die Wirkung objektiv vergleichen zu können, müsste man wohl ermitteln, wie hoch die Blutkonzentration nach einem bestimmten Zeitraum bei den unterschiedlichen Produkten ist. Das wäre zwar interessant, aber im Home-Labor für mich wirklich schlecht umsetzbar 😉 Deshalb kommen wir jetzt schon zu den subjektiven Vergleichskriterien:

subjektive Kriterien

Neben den o.g. objektiven Kriterien gibt es auch subjektive Unterschiede, die ich hier kundtun möchte. Bezogen auf die erhoffte Wirkung (weniger Muskelschmerzen bzw. Migräne(-Aura)-Abmilderung) konnte ich persönlich keine Unterschiede erkennen. Alle Produkte habe ich mindestens 10 Tage am Stück und im Migräne-Aura-Akutfall (der jeweils 1-2 Mal im Testzeitraum vorkam) eingenommen.

Handling
Schon das Handling der Tütchen ist bei allen etwas unterschiedlich.

So lassen sich die Tüten von Diasporal etwas leichter einreißen als die von Biolectra oder Verla. Die Diasporal-Sticks sind aufgrund ihrer Breite dafür etwas störrischer beim auseinanderdrücken, so dass oft nur eine kleine Öffnung bleibt, aus der das Granulat rausrutschen kann. So bleibt manchmal ein kleiner Rest in der Tüte, den man umständlich rausklopfen muss – im Migräne-Aura-Fall kann das sehr nerven.

Die Tütchen von ratiopharm fühlen sich dicker und unflexibler an, als die von Diasporal (bei etwa gleicher Größe), das Einreißen geht trotzdem leicht. Leider bleibt die Öffnung auch hier häufig halb zu. Das gleiche Problem gibt es bei Magnetrans: die Tütchen knittern stark und beim Einreißen bleibt selten eine Öffnung, durch die das Granulat problemlos hindruch kann. Wenn es schnell gehen muss, nicht zu empfehlen.

Meine Handling-Favoriten: Biolectra und Verla. Beide sind eher schmal und hoch. Die Tütchen sind formstabiler und es gibt eine glatte Abrisskante beim Öffnen. Die gesamte Menge des Pulvers lässt sich bei beiden restlos in einem Zug in den Mund schütten.

Diasporal
Magnetrans
Biolectra
Verla
ratiopharm

Geschmack / Olfaktorisches

Der Geschmack der Micro-Pellets ist letztlich natürlich Geschmackssache ;-). Bei Biolectra und Verla hat man immerhin die Möglichkeit, zwischen Zitrone und Orange bzw. Zitrone und Himbeere zu wählen. Am besten schmeckt mir persönlich Biolectra Orange und Verla Himbeere. Magnetrans schmeckt sehr intensiv nach Grapefruit. Diasporal und ratiopharm gibt es nur in der Geschmacksrichtung Zitrone – beides erinnert mich leider sehr an Klostein, aber das ist natürlich rein subjektiv.

In allen Produkten ist Zitronensäure enthalten und genau so schmeckt es auch. Dennoch nehme ich den Zitrone-Geschmack von Biolectra als irgendwie “künstlicher” wahr, als bei Verla.

Das olfaktorische Empfinden ist ebenfalls unterschiedlich. So habe ich bei Verla immer kurz das Gefühl, ich hätte eine Art Zementpulver im Mund. Dafür kratzen die vergleichsweise feineren Pellets nicht so auf der Zunge. Es löst sich auch nicht so schnell auf wie das der anderen und bleibt kurz etwas “klumpig” – das wird aber die meisten Menschen nicht stören (wenn es ihnen überhaupt auffällt).

Alle anderen Pellets “verhalten” sich sehr ähnlich im Mund: Sie kratzen ziemlich auf der Zunge, wenn man versucht, sie zu zerreiben, lösen sich aber relativ schnell auf. Ein Teil des Magnesiums soll bereits von der Mundschleimhaut aufgenommen werden, deshalb schadet es nicht, wenn man die Pellets etwas länger einfach im Mund zergehen lässt, bevor man die dann leicht schaumige Masse runterschluckt.

Verträglichkeit/Nebenwirkungen
Die Veträglichkeit der Sticks nehme ich als leicht unterschiedlich wahr. Das wird vermutlich an den Zusatzstoffen liegen und kann bei anderen Personen, je nach Unverträglichkeit natürlich anders wahrgenommen werden. Dennoch fließt meine Verträglichkeitseinschätzung natürlich in meine Testreihe ein:

Unliebsame Darmtätigkeit hatte ich mehrmals vor allem bei dem Ratiopharm-Produkt, aber das kann natürlich auch an anderen, zufällig gleichzeitig vorliegenden Umständen (oder der Migräne selbst, wie man von vielen Migränikern hört) verursacht worden sein. Subjektiv hing es jedoch mit dem Produkt zusammen.

ProduktHandlingGeschmackVerträglichkeit
Biolectra +++++++++++++
Diasporal+++++++++++
Magnetrans++++++++
Ratiopharm+++++
Verla++++++++++++
sehr gut=+++++ / doof=+

Fazit

Gerade im Falle der Akut-Unterstützung bei Migräne-Aura, lege ich Wert auf eine schnelle Verfügbarkeit im Körper. Als Prophylaxe wäre das für mich eher Nebensache. Produkte mit mindestens einem Teil Magnesiumcitrat sind daher generell meine Favoriten.

Für mich persönlich hat Diasporal im Gesamturteil und Preis/Leistungsverhältnis die Nase vorn, auch wenn es beim Handling etwas schwächelt. Auf dem zweiten Platz steht für mich trotz des hohen Preises Verla, da es hauptsächlich Magnesiumcitrat enthält und ganz klar beim Handling (und mit dem Himbeergeschmack) punktet.

Meine persönliche Favoritenliste:

1. Magnesium-Diasporal® 300 direkt (Zitrone)***

2. MAGNESIUM VERLA® direkt Granulat 150mg (Himbeere)***

3. Biolectra® Magnesium 300 mg Direct (Zitrone + Orange)***

4. Magnetrans® direkt-granulat 375 mg (Zitrone/Grapefriut)***

5. Magnesium Ratiopharm® 300 mg Micro-Pellets (Zitrone)***


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