Show no fear – Was mir bei Angst und Panik hilft

Heute gibt es mal eine Antwort auf eine recht häufig gestellte Frage: Was hilft Dir bei Ängsten und Panikattacken?

Neben verschiedenen Helferlein, wie Akupressurring, Akupressurmatte, Atemübungen und manchmal auch Opipramol, hilft mir eine Sache besonders durch schwere Zeiten: meine dunkle Seite ;-). Die, die sich seit der Pubertät niemals richtig verabschiedet hat, und mir heute noch hilft, mit dem ganzen Krankheitsschlammassel fertig zu werden.

So fühle ich mich nicht nur der klassischen Gothic- und Gruftie-Szene stets verbunden, sondern bin auch noch bekennender Deathmetal- und Wikinger-Fan. Die überlieferten Legenden, Vorstellungen und Lebensumstände der Wikinger sind mir schon immer sympathisch gewesen.

So wie es andere ständig in die Sonne und wärmere Gefilde zieht, mag ich schon immer den Norden lieber. Dass meine Gene auch die Spuren der Nordmänner und -frauen tragen könnten (und damit leider auch die Migräneanfälligkeit begünstigen, wie ich schon mal berichtete), hat sich in genealogischen Recherchen gezeigt: Die Familie meines Vaters tauchte bereits im frühen 15. Jahrhundert als Bauernvolk im Pommerschen Ostseegebiet in den Geschichtsbüchern auf. Lange war dieses Gebiet zuvor auch in schwedischer Hand, sodass der Einfluss des Nord-Gens nicht unwahrscheinlich ist. Äußerliche Gemeinsamkeiten mit dem väterlichen Zweig meiner Vorfahren sind ebenfalls nicht zu leugnen: wir sind von Haus aus kräftig gebaut, mit blasser Haut und blondem Haar.

Zwar hat es die Wikinger, wie die meisten von uns sie sich vorstellen, gar nicht gegeben, wie man heute weiß, dennoch helfen mir die imaginären Bilder des Berserkers, der keine Angst vorm Feind kennt, oftmals weiter.

Die schönsten „Wikinger-Weisen“ findet man meiner Meinung nach auch im Death- und Black-Metal-Sektor Skandinaviens. Das mag ich. Was für andere wie unerträglicher Lärm klingt, beruhigt mich tief im Innern. Metal geht nach vorne – und da will ich schließlich hin, auch wenn ich nur irgendwo rumliegen kann.

Meine Entspannungsmusik ist dementsprechend manchmal (nicht immer) laut, brachial und geprägt von simplen, aber eingängigen Melodien, die sich auf verschiedenen Ebenen durch die Stücke schummeln und um Gitarrenriffs und düsteres Getrommel schlängeln.

Besonders die Lieder der schwedischen Band Amon Amarth haben mir auf ihre wenig subtile Art und Weise schon oft durch die tiefen Täler einer depressiven Episode oder Panikattacke geholfen. Die brachialen Klänge und die einfach strukturierten Wikinger-Geschichten wirken auf mich tröstlich und “flüstern” mir zu: Steh’ auf, kämpf’ weiter, Du bist stark, hab’ keine Angst – Dann weiß ich wieder: “Valhall awaits me” (Youtube-Link) ;-D

Aggressiv werde ich bei Mozart und Händel. Beethoven, Bach und nach anfänglicher Abneigung auch Mahler hingegen, finde ich wunderbar – die machten ja auch so’ne Art Metal ihrer Zeit ;-). [Kleiner Exkurs: Ich gehe ja fest davon aus, dass Beethoven sein 4. Klavierkonzert nur für mich geschrieben hat 😉 Denke, er wusste, dass sich da mal so ein wirrer Kopf wie ich gut darin wiederfinden kann 🙂 Er soll ja auch unter Migräne gelitten haben. Da kann man mal sehen, zu was solche Hirne auch in der Lage sind.]

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Was für ein Glück, dass mein Sohn diese Art von Musik (neben anderem unsäglichen Zeugs) auch so sehr mag wie ich . Schon als Säugling schlief er sanft (natürlich in kindgerechter Lautstärke) in den Schlaf gegrunzt von den milchgesichtigen, aber wenig juvenil performenden Musikern von Amorphis selig in seinem MaxiCosi auf der Autorücksitzbank – während ihn Shakira und Konsorten zuverlässig rappeldull gemacht hatten.

Als gerade 5-Jähriger stimmte er dann konsequent und ziemlich textsicher in schöne Weisen wie Cry of the Black birds von Amon Amarth ein. Mit kindlicher Weisheit sagte er eines Tages zu mir:
„Weißt Du, was noch besser ist als show no fear?“
„Nein, was denn?“
Show no fünf!“ 😀

Weiße Bescheid …


Meine Tipps für Dich:

In diesem Sinne: Nutze das, was Dir wirklich guttut. Egal, was andere sagen. Egal, was der neueste Guru-Post als den richtigen Weg beschreibt. Egal, was Wissenschaftler herausgefunden haben. Egal, was in irgendwelchen Ratgebern steht. Vor allem sollte Dir egal sein, was in den Schubladen, in denen Du steckst, für Dich als “schicklich” erachtet wird. Man DARF Teddybären* mögen und gleichzeitig Sepultura* hören. Man DARF chronisch krank sein, sich Bandmerch von Amon Amarth kaufen* und sich die Haare blau färben. Man DARF Bücher von Osho* und Eckhart Tolle* genauso hilfreich finden, wie die von Harald Lesch* und Stephen Hawking*. Es ist DEINE Sache, kein ruhendes Ziel abzugeben und Deinen Geist frei zu machen und zu halten, damit nicht irgendwelche Dogmen alle Entwicklung lähmen und alles Lebendige in Dir ersticken.

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Musiktipps für Unerschrockene:

„… show no fear“ – Amon Amarth: “Cry of the Black Birds” (leider qualitativ schlechtes Video – aber immerhin das Original)

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Das Album “With Oden on Our Side”* kann ich wärmstens empfehlen!

Amorphis „black Winter Days“:

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Amorphis: “In the Beginning”

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(Das Riff ab 1:05 stammt übrigens aus dem wunderschönen Lied „Host of the Seraphim“ von Dead can Dance* – das hatte ich vor Jahrzehnten nach einer durchzechten Nacht im Vollsuff festgestellt, und war so aus dem Häuchen ob dieser Entdeckung, dass ich die gesamte WG, in der ich zu Besuch war, aufweckte, um alle an meiner unglaublichen Entdeckung teilhaben zu lassen. Die Begeisterung war mäßig – ich find’s heute noch den hellen Wahnsinn … ;-D – Das Amorphis – Album “Tales from The Thousand Lakes”* gilt übrigens als legendär unter Metallern und ist immer noch eines meiner Liebsten.)


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