Monat: Dezember 2017

068 // Chronische Migräne für Dummies

Dass Migräne einfach nicht lustig ist, merkt man schon allein daran, dass es auf Witzeseiten kaum Witze über sie gibt – schon gar keine guten.

Uralt-Weisheiten wie:
„Wenn die Frau Migräne plagt, hüpft der Bauer gern zur Magd“, hilft dem Zwerchfell auch nicht nachhaltig auf die Sprünge.

Deshalb jetzt der ultimative Migräne-Witz:
——

Wie nennt man einen Neurologen, der das klinische Bild einer chronischen Migräne nicht kennt?

Gutachter!!! 😂
——

Der Brüller, oder? 😉🤣 huuuuuu …

… wenn‘s nicht so traurig wäre.

Der Chefarzt der Neurologie einer nicht ganz kleinen Klinik im Ruhrgebiet (seines Zeichens Gutachter in meiner Schwerbehindertenangelegenheit) führt in seinem Gutachten über mich aus:

„Sie führt einen Kopfschmerzkalender, wobei dieser wertlos ist, da sie jeden Tag angekreuzt hat. Sie hat dabei unterschieden zwischen den Basilaris-Migräne-Anfällen, die sehr selten sind und der normalen Migräne, die schon im Abstand von wenigen Tagen auftritt, zusätzlich füllt sie die restlichen Kreuzchen mit der Angabe eines ständigen Spannungskopfschmerzes, sodass dieser mit Plausibilität immer, auch bei der jetzigen Untersuchung, vorliegen müsste, wobei sie aber nicht beeinträchtigt erscheint.“

Was soll man dazu sagen?

Ich versuch‘s mal hiermit:

Ein Schmerztagebuch, das jeden Tag Eintragungen enthält, ist weder wertlos noch unplausibel. Es dokumentiert schlicht und ergreifend den Alltag von bis zu 1,2 Millionen Menschen in Deutschland, die an und unter chronischer Migräne leiden, …

„DU VOLLHONK!!!“, möchte Etwas in mir ergänzen, aber ich bleibe natürlich (vordergründig) sachlich und verweise jetzt auf die fachmedizinischen Fakten:

(Das Folgende eignet sich übrigens gut zum Ausdrucken, mit in die nächste Arztpraxis schleppen, dem Gutachter zusenden, Weiterleiten, Teilen, speichern … feel free …)

Chronische Migräne

In einer Expertenempfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft/ Deutsche Gesellschaft für Neurologie sowie der Österreichischen Kopfschmerzgesellschaft/Schweizerischen Kopfwehgesellschaft zur “Therapie und Versorgung bei chronischer Migräne” findet man folgende Informationen:

“Der Übergang einer episodischen Migräne in eine chronische Verlaufsform wurde erstmals Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts, damals noch unter dem Namen ‘transformed migraine’ (transformierte Migräne) von amerikanischen [Ärzten] beschrieben. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass einige Patienten mit einer eindeutigen zu Beginn episodischen Migräne über Jahre eine zunehmende Attackenfrequenz erleben, die schließlich in einen täglichen Kopfschmerz übergehen kann. Dabei kommt es auch zu einem Wandel der Kopfschmerzsymptome. Im Vordergrund steht dann ein täglicher holozephaler, drückender Kopfschmerz ohne oder mit nur gering ausgeprägter begleitender vegetativer Symptomatik. Dieser Kopfschmerz wird zusätzlich unregelmäßig von Attacken überlagert, die die Kriterien für Schmerzen und Begleitsymptome einer Migräne ohne Aura erfüllen. […] Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) nahm mit der 2. Auflage der Internationalen Kopfschmerzklassifikation ICHD-II (2004) den Begriff der chronischen Migräne erstmals auf. Die ICHD-II führte im Jahr 2004 die Diagnose der chronischen Migräne erstmals im Kapitel „Migränekomplikationen“ auf. […]

Klinisch berichten Patienten mit einer chronischen Migräne über eine längere mittlere Attackendauer, eine höhere Schmerzintensität und sie sind im Durchschnitt durch den Kopfschmerz auch mehr belastet als Patienten mit einer episodischen Migräne.
[…]
Patienten mit einer chronischen Migräne haben einen signifikant höheren Grad der Einschränkung, häufiger psychiatrische Erkrankungen und daraus resultierend häufiger Kontakte mit Ärzten, Notaufnahmen und diagnostischen Maßnahmen […]

(Quelle: Fachartikel aus “Der Nervenarzt – 12/2012 http://www.dmkg.de/files/dmkg.de/Empfehlungen/Empfehlung_Therapie_und_Versorgung_bei_chronischer_Migraene.pdf)

0,2% -1,5% d. Gesamtbevölkerung
(das sind 160.000 – 1,2 Millionen Menschen in Deutschland) sind an chronischer Migräne erkrankt. (Quelle: Deutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft – DMKG)

Kopfschmerz vs. Migräne

Zum Thema: „Sie scheint unbeeinträchtigt“ zeige ich im folgenden Bild einmal den Unterschied zwischen „Kopfschmerzen“ und „Migräne“:

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Wenn „normale“ Menschen das nicht wissen und ihnen der Spruch „Du siehst ja garnicht krank aus“ rausrutscht: geschenkt.

Wenn aber nicht mal Fachärzte in ihrer Eigenschaft als Gutachter (also mit großer Verantwortung für rechtlich korrekte Behandlung von kranken Menschen) aktuelles Grundlagenwissen in ihrem Fachgebiet haben, dann gute Nacht Marie!

Sowas macht mich einfach stinksauer, weil es entweder dumm oder dreist oder beides ist.

In jedem Fall macht es mir die Aktion „Arztbesuch“ noch schwerer und das ist ungefähr das Letzte, was ich brauche ..

 

 

 

 

 

067// 10 Gründe, warum es mir scheißegal ist, dass ich (wahrscheinlich) nie ein (followertechnisch) erfolgreiches Blog haben werden

1. Ich mag mein Blog und ich mag die meisten meiner Texte.
2. Ich seh’ nach nix aus. Stimmt, aber: „Ey, Alter guck dich doch ma’ an!“ 😉 – will meinen: So sieht eine multimorbide Ü40er-Else nunmal aus.
3. Mit meinen 30 wordpress-Blogger-Kollegen, die mir folgen und den E-Mail-Followern (Überschneidungen möglich) sind es etwa 60 Personen, die ich mit meinen Texten erreiche. 60!!! Für mich persönlich eine ungeheure Zahl!!! Das ist eine Steigerung von 2000% von Monat 1 mit 3 Personen zu Monat 9. Noch Fragen? 😉
4. My Blog is‘ my castle. Hier bin ich der Chef. Das ist eine schöne, neue Erfahrung. Hier kann ich einfach machen, was ich will und verantworte die Konsequenzen alleine. Streiche aber auch das eintrudelnde Lob alleine ein … Das war in der Vergangenheit selten der Fall und somit dringend Zeit, das sehr grundlegend zu ändern.
5. Irgendwann veröffentliche ich ein Buch (*träum*). Dann wird dieser virtuelle Ort ein Ort der Begegnung und romantisch verklärten Wehmut sein. Ein Ort, an dem ich einfach jederzeit Worte und Buchstaben ändern kann, wie es mir beliebt. Ein schöner Ort für Ergänzungen, Erläuterungen und aktuelle Entwicklungen …
6. Mir ist das wurscht, was die meisten sagen, mir kommt‘s nur auf einige wenige Menschen an, und ob die hier alle mitlesen … ?
7. Wo steht, dass man ein followertechnisch erfolgreiches Blog haben muss, um glücklich zu sein? Die meisten Menschen auf der Welt haben nicht mal eins!
8. Datenschutz? Schräge Blicke? Anfeindungen? Andere Schreiberlinge haben auch Familien und schreiben „schlimme Sachen“, die den Otto-Normal-Leser verstören.
9. Die Sachen, die ich erlebe, sind es einfach wert, festgehalten zu werden. Ob aus Amüsemeng-Gründen oder der Empörung wegen: Alles ist Leben und allein deshalb will ich, dass mein Leben auch Spuren hinterlässt, wo ich nicht selbst zugegen war.
10. Wer sagt, dass ich künftig keine Kochrezepte, Schminktipps, Workouts, Sexbeichten oder Verschwörungstheorien veröffentliche? 😉

 

Erwarte nix, rechne mit allem …

 

066 // 10 Gründe, warum ich (wahrscheinlich) nie ein (followertechnisch) erfolgreiches Blog haben werde

In den letzten Monaten habe ich viel gelernt. Über mich, über verschiedene Weltanschauungen, über Menschen, über Systeme, über Medien und über das Bloggen.

Warum ich jetzt der Meinung bin, dass ich (wahrscheinlich) nie ein (followertechnisch) erfolgreiches Blog haben werde:

1. Ich folge meinerseits nur Blogs, die mich wirklich interessieren. Ich folge nicht Hinz und Kunz, damit sie mir auch folgen. Das wird auch so bleiben.
2. Ich bin nicht gut im Selfmarketing.
3. Ich bin 44 und seh‘ nach nix aus.
4. Hier gibt‘s keine Kochrezepte, Schminktipps, Workouts, Sexbeichten oder Verschwörungstheorien.
5. Meine Texte schreibe ich in erster Linie für mich und freue mich, wenn sie jemandem gefallen, helfen oder ihn zumindest kurz unterhalten.
6. Ich habe nicht viele Freunde (real und virtuell), die als Multiplikatoren mein Blog hypen könnten.
7. Ich bin zu krank, um alles, über das ich gerne schreiben würde, umsetzen zu können. Die meiste beschwerdearme Zeit muss ich dem „Siechtumsmanagement“ widmen (Arzttermine ergattern, wahrnehmen oder hinauszögern, Therapietermime ergattern, wahrnehmen oder nachholen, Physio-Rezepte jagen, Korrespondenz mit Sozialgericht, Rentenamt, Krankenkasse usw.)
8. Es dauert alles 20 Mal länger als bei Gesunden.
9. Einige meiner inneren Anteile machen sich Sorgen. Zum Beispiel um den Datenschutz, meine Zukunft, die Familie und und und … *haarerauf*, so dass ich nicht alles aufschreibe, was ich aufschreiben könnte, obwohl es gut wäre … grrrr
10. Ich mache mir zu viele Gedanken … zum Beispiel darüber, warum ich (wahrscheinlich) nie ein (followertechnisch) erfolgreiches Blog haben werde … 😀

 

Warum ich trotzdem weitermache?
Erzähl‘ ich das nächste Mal … 😉

 

 

 

 

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