065 // Ungesunde Beziehungen – Was man nicht verwechseln sollte …

Viele kennen das: Sie geraten immer an die Falschen. Warum ist das so? Was treibt uns dazu, uns immer und immer wieder auf schädliche Beziehungen einzulassen? Was ist da los, wenn Menschen entscheiden, sich demütigen, ausnutzen und vielleicht sogar verprügeln zu lassen? Bei vielen dieser Menschen weisen die Partner (für andere) ganz offensichtlich ähnliche Charakterzüge wie die Eltern bzw. Bezugspersonen der Kindheit auf.

Es ist heute bekannt, dass “Beziehungsopfer” meist schon aus gestörten Familiensystemen kommen. Es ist also kein Zufall, dass sich Töchter narzisstischer Mütter später einen narzisstisch veranlagten Partner suchen und diese Beziehung oft bis zum eigenen Untergang aufrecht erhalten.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es nichts bringt, wenn man auf diese Menschen einredet und ihnen klarmachen will, dass sie in einer für sie ungesunden oder gefährlichen Partnerschaft leben. Viele nehmen die Partner in Schutz – aus Scham oder Schuldgefühl. „Alles nicht so schlimm“, sagen sie und die eigenen Gefühle, die “Liebe”, ist doch sooooo groß. Oder sie denken: “Ich muss mich einfach noch mehr anstrengen”.

Das ist ein Irrtum!

Der erste Schritt, aus einer ungesunden Beziehung heraus, ist einzusehen, dass wir einen fundamentalen Fehler in unseren Grundannahmen machen:
Das große Gefühl in uns ist nicht Liebe!

Wir müssen begreifen, dass das, was wir als “Liebe” empfinden, in Wirklichkeit nur die Sehnsucht danach ist.

Es ist bizarr: Je schlimmer und schädlicher die Beziehung, desto größer wird die Sehnsucht danach, dass (wieder) alles gut wird, desto mehr glauben wir zu lieben, was uns in Wirklichkeit kaputt macht.

Die Sehnsucht wird so stark, dass wir dafür leiden bis zur Unkenntlichkeit …. Das ist grundverkehrt und extrem ungesund!

Jeder, der in einer unglücklichen Beziehung lebt und „aus Liebe“ dort verharrt, sollte sich fragen: Welches Gefühl ist das wirklich, das ich da in mir spüre?

Gefühle wahrzunehmen als das, was sie sind, kann aber gerade für traumatisierte Menschen ein echtes Problem sein. Ein Teufelskreis mit höchstem Retraumatisierungspotenzial!

Mein Weg da raus war lang und steinig, aber ich hab‘ ihn geschafft!
Zwar ist es auch heute noch schwierig für mich, Gefühle als die, die sie sind, wahrzunehmen und darauf entsprechend zu reagieren, aber wenigstens habe ich es erkannt und es ist mir heute bewusst. So kann ich mit und an mir arbeiten, um das Glück, das ich heute habe, schätzen und schützen zu können.

Ganz langsam lerne ich, dass es immer einen Weg gibt:
Den, den wir gemeinsam mit den Menschen gehen, die uns wirklich lieben.

Dann wird die quälende Sehnsucht kleiner und der Weg frei für die wahre Liebe und eine gesunde Beziehung!

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  1. Die Sehnsucht nach Liebe ist in unserer Kindheit entstanden, als wir abhängig waren von der Liebe unserer Eltern. Ohne sie wären wir gestorben. Doch ihnen die Schuld an irgendetwas zu geben, wäre völlig falsch. Sie haben uns nach bestem Wissen und Gewissen erzogen. Zurückgeblieben ist das kleine Kind in uns, dass sich immernoch nach dieser Liebe sehnt und die Glaubenssätze, die wir als Kinder übernommen haben. Dinge wie, Du bist nicht gut genug, Du schaffst das nicht, Du bist hässlich, Du bist dumm usw. So wie Deine Eltern mit Dir gesprochen haben, so tust Du es heute innerlich Dir selbst gegenüber immernoch. Hör in Dich rein. Der einzige Weg zur Heilung ist, zu lernen, dass die Liebe zu Dir aus Dir selbst heraus kommen muss. Erst wenn Du Dich selbst lieben, akzeptieren und annehmen kannst, wie Du bist. Genau so wie Du bist. Erst dann kannst Du erfüllte Liebesbeziehung leben.

  2. Das hast Du wunderschön gesagt….besonders der Satz “Wir müssen begreifen, dass das, was wir als “Liebe” empfinden, in Wirklichkeit nur die Sehnsucht danach ist.”
    Und ich möchte ergänzen: …und die Sehnsucht danach, das Alte, Schreckliche, Trauma….endlich zu heilen – diesmal….

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