048 // Ich und mein Holz – Ergotherapie mit Nebenwirkungen

Nachdem ich krankheitsbedingt so viele Monate raus war aus der produktiven  “Leistungsgesellschaft”,  fand ich in den vielen Stunden tiefer Verzweiflung und vermeintlicher Nutzlosigkeit irgendwann ein Stück Kreativität und Produktivität wieder. Ich frug mich: Was machen gescheiterte, weibliche Existenzen, die sonst nix (mehr) auf die Reihe kriegen?

Richtig: Sie werden Schmuckdesignerin! 😀

Das ist also meine Bestimmung? Oder gilt das nur für reiche Leute wie Sandy Meyer-Wölden?

Mir fiel kein Grund ein, warum ich nun als knapp an der Armut vorbeigeschreddertes  ehemaliges Mitglied der deutschen Bildungselite den alten Grundsätzen nicht unterliegen sollte und legte los, so gut ich konnte. Ideen hatte ich genug. Wenn du arm bist, musst du den Kram aber auch noch selber basteln, den du dir ausdenkst. Das ist der Unterschied.

Aber: Wenn ich gute Hände habe, also halbwegs gut greifen und anfassen kann, bastel ich, so viel ich kann. Das ist je nach Tagesform mal eine Kette in drei Wochen, mal drei Ketten am Tag. 🙂 Nicht ganz so handwerklich geschickt wie früher, aber immerhin. Meine Art von Ergotherapie.

Fiese Schmerzen in den Händen kann ich auch besser aushalten, wenn ich das Gefühl habe, ich wüsste, woher sie kommen. Wenn der “Grund” dann auch noch schön geworden ist: umso besser.

Back to the roots

Früher hab’ ich ja lieber große Sachen gemacht: Wände verputzt, Mauern gemauert, Dachböden und Betonsockel abgerissen, Terrarien und Möbel gebaut, Teppiche und Laminat verlegt. Was eben so anlag.

Das ist vorbei. Das kann ich nicht mehr. Das muss ich einsehen.

Also: Kleiner denken!

Inspiriert durch eine meiner Lieblings-Sendungen „Schrankalarm“ (mit Miyabi Kawai und Manuel Cortez) und die Erinnerung daran, dass ich schon als Teenie bei einigen Lehrern als “die mit den komischen Ohrringen“ bekannt war, machte ich mich ans Werk. Meinem Physiklehrer gefielen damals besonders die riesigen bronzenen Blätter, die ich aus Glasuntersetzern von Omma geschnipselt hatte – Der hatte echt Geschmack für’n Physiker :-D!

Andere machten sich darüber lustig, wenn ich Kleinteile aus dem Innenleben meines alten Kassettenrekorders neu zusammengeschraubt, an selbstgebogenen Ohrhaken aus Antennenkabel durch die Gegend trug. Heute heißt das „Steampunk“ und ist Trend 😀

Holz sieht sehr schön aus, Holz ist vielseitig.“ (257ers)

Mittlerweile bastele ich vorwiegend Schmuck aus Holz oder in Kombination mit Holz. Denn, wie schon die 257ers wussten: „Wer Holz liebt, kann kein schlechter Mensch sein.“ :-D.

Die Rohlinge fertigt John Wayne 😀 … (ihr wisst, wen ich meine… 😉 – wenn nicht: hier nochmal nachlesen).
Manchmal verwende ich auch Vintage-Elemente. So entstehen individuelle Unikate, die ich meistens sogar ungerne zum Verkauf hergebe, aber sie sind zu schade, um hier in der Schublade zu liegen. Außerdem freue ich mich, wenn jemand ein Teil von mir durch die Welt trägt, während ich kaum aus dem Haus kann. Nicht zuletzt sind die Ergebnisse meiner Bastel-Therapie ein Grund für mich, stolz zu sein. Und wenn es auch noch so lange dauert, bis ich etwas fertig habe: am Ende kommt meistens etwas Schönes raus.

Achtung WERBUNG! … jetzt will’se doch was verkaufen 😉

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Mein Mann kam irgendwann auf die Idee, einen Online-Shop zu eröffnen und bietet dort unter der Marke pikkubella auch meinen Schmuck an.

Und weil es hier ja immernoch um Krankheiten geht, noch ein echter “off-label-use” – Geheim-Tipp für kaputte, gerissene Winter-Haut oder Neurodermitits zwischen den Fingern: Unser selbstgemischtes Schmuckpflege-Öl „Mohn&Kamelie“ – Ohne Witz – ich hab’ null Probleme mehr mit den Händen, seit ich nach dem Perlen-Ölen die Reste des Öls auf den Händen verteile. 🙂 – Kamelien-Öl pur ist für die Haut auch super, das eignet sich aber nicht für die Holzschmuckpflege, weil es nicht aushärtet.

Schaut gerne mal rein, vielleicht ist ja was für Euch dabei: www.pikkubella.de  bzw. www.holzmoppel.de .

Ihr könnt unseren Schmuckstücken sogar auf Instagram folgen: Instagram.com/pikkubella_de

So, Werbeblock für heute zu Ende … 😉

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Ich habe tatsächlich lange überlegt, ob ich die “Projekte” hier verbinden möchte, aber ich habe mich letztlich dafür entschieden, weil es zu mir und eindeutig auch zur Krankheitsbewältigung gehört. Das positive Feedback der Leute, die meinen Schmuck bisher gekauft, oder auch nur schön gefunden haben, hilft mir immer wieder mal, mich aus dem Nutzlosigkeits-Loch rauszuholen.


Und weil’s so schön ist: HOLZ!

257ers – Holz (Official HD Video)

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  1. Hallo Myzilla,
    die Kunstwerke gefallen mir sehr. Finde ich ganz toll, dass Du solch kreative Ideen zu Deiner “Nützlichkeit” hast. Das ist doch mal ein Ausblick – nit wa?
    Weiter so!
    Grüßle Melinas

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